Saxofonist Tony Lakatos im Glashaus

tony_lakatos_saxophone_jazz

Mit Tony Lakatos als Stargast endet diesjährige Reihe der IG Jazz Rhein-Neckar

jazztalk-tony-lakatos-armani

Auch 2016 wieder „Musik und Talk“ im Glashaus?


"Ich stehe auf klassischen Jazz, auf Melodie und Rhythmus", sagt Tony Lakatos. Der international bekannte Saxofonist unter anderem der Bigband des Hessischen Rundfunks war diesmal zu Gast bei Gitarrist Marcus Armani im Ladenburger Glashaus. Dort endete die dreiteilige "Musik und Talk"-Sommerreihe der IG Jazz Rhein-Neckar - zumindest für dieses Jahr - mit dem aus einer ungarischen Roma-Musikerfamilie stammenden Künstler, der sich unter anderem auch dank seines Duoprojekts mit dem Pianisten und Organisten Jasper van't Hof großer Beliebtheit erfreut.

Armani_Lakatos_Glashaus
Humorvoll in sich ruhend, so wirkt er: Ein sympathischer Typ mit Hut auf dem Kopf hat da Platz genommen in einem der beiden Korbstühle auf der Bühne. Auch der heute in Neu-Isenburg bei Frankfurt wohnende Ausnahmesaxofonist macht rund 50 Zuhörer bei den begehrten "Plattentipps" mit Musikern bekannt, die ihn beeinflusst haben. Damals schon, als der 1958 in Ungarn geborene noch hinter dem "Eisernen Vorhang" lebte. Über Radioprogramme des staatlichen US-Senders "Voice of America" lernte er die Musik von Sonny Rollins, Stan Getz, Gene Ammons und Joe Henderson kennen und lieben, wie er Armani und damit den Zuhörern erzählt.

Nicht die technisch Hochvirtuosen, sondern "Saxofonisten, die eine eigene Stimme in der Jazzgeschichte entwickelt haben", sind für ihn die Größten. Dass er heute selbst dazu zählt und mit Genregrößen zusammenarbeitet, verdankt er seinem Fleiß in jungen Jahren. Eigentlich hätte er Geiger werden sollen wie sein Vater. Doch beim Bruder eines Schulfreunds sah er ein Saxofon, dem er auf Anhieb einige Töne entlocken konnte. Durch täglich bis zu neunstündigem Üben erlangte der Jugendliche so viel Können, dass er einen landesweiten TV-Wettbewerb gewann.

"Okay, Du kannst die Geige weglassen", erkannte da endlich auch der Vater das Talent an. Nach dem Studium am Bela-Bartók-Konservatorium stieg Lakatos 1981 bei Toto Blankes Jazzrock-Formation "Electric Circus" ein - und wurde bald darauf Deutscher. Seit 22 Jahren gehört er zur HR-Bigband. Es gibt ein Saxofon-Modell seines Namens. Einen seiner vielen Erfolge feierte der Saxofonist mit dem Album "Gypsy Colours", das sich aus seinen ungarischen Wurzeln speiste. Was er als Roma vom nationalistisch eingestellten Ministerpräsidenten Ungarns hält und wie Minderheiten unter dessen Regierung seit 2010 diskriminiert werden, deutet Lakatos zumindest an diesem Abend nur an.

Für seine großartigen Live-Soli und Duette mit Armani bei Stücken wie "Douce Ambience" (Django Reinhard) und "Dream Dancing" (Cole Porter) hört Lakatos gleichwohl viel Beifall im Glashaus, wo es mit Unterstützung der Ladenburger Jazzer Graham Jones und Hakan Kallberg sowie der Initiative im Waldpark 2016 möglichst zur zweiten Auflage dieser Serie kommen soll. pj

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 08.10.2015

Die Sommerreihe der IG Jazz | Mit Tony Lakatos & Marcus Armani - Teil 3: The Political Side Of Jazz - Am 4. Oktober 2015 um 17:00 Uhr im Glashaus Ladenburg

Tony-Lakatos

Das Finale der IG-Jazz-Sommerreihe

jazztalk-laz

Gäste lauschen angeregt den Worten und Klängen

mamo_jazz_armani

Als der in der Region lebende Saxofonist Olaf Schönborn das Rote Album der Beatles in die Höhe hält, geht ein begeistertes "Ah!" durch die Menge. Während der Musiker im Ladenburger Glashaus diese legendäre Hitsammlung der Jahre 1962 bis 1966, die ihm seine Mutter geschenkt hatte, auf den Plattenteller legt, um den wunderbaren Song "In My Life" anzuspielen, erklärt er den rund 50 Besuchern der Sommerreihe "The Other Side of Jazz": "Das zu hören, mit der Melodie, dem Chorgesang, den Harmonien und diesem Cembalo-Solo, war für mich als Kind ein Schlüsselerlebnis."

Mit dem 1967 in Heidenheim an der Benz geborenen Schönborn hatte der Ladenburger Gitarrist Marcus Armani diesmal einen Gesprächspartner zu Gast in der "Musik und Talk"-Reihe der IG Jazz Rhein-Neckar, der selbst den Gastgeber zu überraschen wusste. So hatte Schönborn auf seiner für diese Sommerreihe obligatorischen Plattentippliste einige weitere Popstücke stehen und gestand: "Ich sehe mich als Popmusiker und habe noch als Jugendlicher Jazz gehasst."

schoenborn_armani

Dabei ist Schönborn heute nicht nur längst ein renommierter Jazzer, sondern sogar Chef der Jazzplattenlabels "Jazz 'n' Arts Records" und "Rodenstein Records", die er zusammen mit Trompeter Thomas Siffling und dem 2007 verstorbenen Mannheimer Jazz-Urgestein Fritz Münzer gegründet hatte: Bei "Rodenstein" sind Alben erschienen wie unter anderem das bei ganz erstaunlicher Akustik im Karlsruher Forschungsreaktor aufgenommene "Inside" von Tobi Hofmann, aus dem Schönborn "Böser Traum" anspielt.

Auch Nicole Metzger hat schon bei diesem Label Musik veröffentlicht. Im Glashaus zählte die Sängerin zu den angeregt lauschenden Gästen, denen Schönborn seine Musik aus der Sicht des Machers und des Verkäufers näher brachte. Vor allem erzählte Schönborn lebendig aus den Anfängen seiner "Musikbeeinflussungskarriere", so dass man sich als Zuhörer damit auseinander setzen konnte. "Unfassbar, wie melodisch Stan Getz Saxofon spielt und wie viel Ausdruck jede Note hat", schwärmt er, nachdem "Doralice" ausgeklungen war. Auch der Softjazzer Grover Washington Jr. hat es ihm angetan.

"Es muss nicht immer gleich Charlie Parker sein", findet der frühere Supertramp-Fan Schönborn, dessen Vater eine alte Klarinette besaß, aus der der Filius aber erst mit 17 einen Ton herausbekam. Sein Lieblings-Altsaxofonist ist und bleibt der 1975 verstorbene Cannonball Adderley: "Er hat so viel Energie, dass es mich jedes Mal flasht beim Hören." Mit einem Titel von Adderley bestand Schönborn die Aufnahmeprüfung an der Mannheimer Musikhochschule. Doch auch in der US-Stadt Phoenix hat er Saxofon studiert und Erfahrungen gesammelt für die Arbeit im Vertrieb. Seine Erkenntnis: "Die Leute müssen mit Jazz in Kontakt kommen können." Freilich standen auch starke Livenummern auf dem Programm, im Duett mit Armani (u.a. "Isfahan", "Maulbeerbaum-Bär" und "Take Five") ebenso wie solistische ("Lover Man"). pj


© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 24.09.2015

Saxophonist Olaf Schönborn im Ladenburger Glashaus

Olaf_Glashaus_Ank_LAZ

Musik und Talk mit Olaf Schönborn

mamo_olaf_label_side

Jazznachwugs begeistert

Screenshot_2015-09-14-18-10-56

Jonas Kuhlmann (Gitarre), Jonas Rupp (Trompete), Sara-Florentine Milcent (Gesang) und Malte Glombitza (Piano) sowie Marcus Armani (Gitarre) überzeugten

Sitzplätze waren Mangelware auf dem Platz an der Gerberstiege oberhalb der Färbergasse. Zum "Jazznachmittag" begrüßte dort der Ladenburger Gitarrist Marcus Armani viele Besucher. Weil einige Musiker seines Jugend-Jazzensembles parallel mit der Style- und Groove-Bigband um Manuel Jandl vom Carl-Benz-Gymnasium auf dem Marktplatz glänzten, standen hier "nur" vier junge Musiker auf der Bühne, nämlich Sara-Florentine Milcent (Gesang), Jonas Rupp (Trompete), Jonas Kuhlmann (Gitarre) und Malte Glombitza (Piano).

Der Platz ist allerdings auch so knapp, dass die älteren Kollegen von der Ladenburger Bürger-Jazzcombo gar nicht alle drauf passten. Beide Formationen hörten viel Applaus, und der Tennisclub freute sich über gute Umsätze auch bei Liedermacher Marcel Adam aus Lothringen, der Pop-Ccovergruppe Cold in Hand und dem Duo Martinique. pj

© Mannheimer Morgen, Montag, 14.09.2015

Die Sommerreihe der IG Jazz | Mit Olaf Schönborn & Marcus Armani - Teil 2: The Label Side Of Jazz - Am 20. September 2015 um 17:00 Uhr im Glashaus Ladenburg

olaf_schoenborn_IG_Jazz

„Den Zuhörern soll der Schal wegfliegen“

ladenburger_buerger_jazzcombo_2015

Der Sommer sagt langsam ade, doch mit dem Ladenburger Altstadtfest steht das Beste ja noch bevor. Und mit der 42. Auflage auch die öffentliche Premiere der Bürger-Jazzcombo. Am Samstag, 12. September, will die Gruppe ab 15 Uhr zwei Stunden lang auf der Gerberstiege ihr Publikum begeistern. Nach allem, was man bei der Generalprobe unter der Leitung von Marcus Armani in der "Pflastermühle" zu hören bekam, dürfte das auch sicher gelingen.

probe_buerger_jazzcombo_2

Schließlich zählen zu den allesamt versierten Musikern solche Könner wie beispielsweise der Ladenburger Walter Sielski, der unter anderem auch bei "Rhein-Neckar Rhythm & Brass" Trompete und Flügelhorn spielt. Ladenburgs Graham Jones sitzt noch bei verschiedenen Salsa-Gruppen und einer Big-Band am Schlagzeug. Mit Michael Gößler kommt ein vielbeschäftigter Tenorsaxofonist aus Neckarhausen. Die Bürger-Jazzcombo besteht außerdem aus Håkan Källberg (Querflöte/Gesang), Walter Krämer (Altsaxophon), Johannes Paul (Posaune), Karl Wagner (Gitarre), Paul Jülicher (E-Piano) und Sven Wolff (E-Bass).
Regelmäßig kommen alle, gerne auch mit Gästen, seit 2012 zu Jazz-Jamsessions im Glashaus am Waldpark und inzwischen während der kalten Jahreszeit auch im Pflastermühle-Saal des Jugend- und Kulturzentrums "Kiste" zusammen. Von Lampenfieber keine Spur, als die Probe mit dem Standard "Body And Soul" beginnt. Man könnte den Titel mit "Leib und Seele" übersetzen. Und ganz in diesem Sinne sind die Vollblutjazzer bei der Sache. "Voll auf die Mütze, so Coltrane-mäßig" soll es möglichst klingen.

probe_buerger_jazzcombo_1

Unter Hinweis auf einen legendären US-Saxofonisten, der 1960 eine Instrumentalversion jenes Songs herausgebracht hatte, gibt Armani atmosphärische Anleitungen zum gewünschten Sound. "Den Leuten in der ersten Reihe sollen die Schals wegfliegen." So druckvoll und dynamisch wünscht sich Armani die Interpretation. "Es hat mir einen riesigen Spaß gemacht, die Arrangements für diese Besetzung zu schreiben, dabei auch schwere Passagen einzuarbeiten und die Musiker herauszufordern", erklärt Armani nach insgesamt neun Proben. Die Formation habe sich ein "extrem hohes Niveau" erspielt und sich weit über den Status einer Amateurcombo hinaus entwickelt. "Ladenburg kann wirklich stolz auf diese Truppe sein", findet Armani. Beim bevorstehenden Auftritt auf der Gerberstiege ist auch die Stimme von Armanis Ehefrau Katrin als Gastsängerin zu hören.

Das Publikum darf sich auf eine wunderbare Version von Gershwins "Summertime" freuen. Auf dem Programm stehen weitere Titel wie unter anderem "All The Things You Are" (Ella Fitzgerald), "And What If I Don't" (Herbie Hancock) und "It Don't Mean A Thing" (Duke Ellington). Und zum Auftakt um 15 Uhr präsentiert Armani auch noch sein Jugend-Jazzensemble, das wir bereits vorgestellt haben.

Der Ladenburger Profigitarrist freut sich auch schon auf den zweiten Teil seiner Reihe "Musik & Talk" im Glashaus am Sonntag, 20. September, um 17 Uhr mit dem Saxofonisten Olaf Schönborn. Vorverkaufskarten sind in der Ladenburger "Buchhandlung am Rathaus" erhältlich.


© Mannheimer Morgen, Freitag, 11.09.2015


Jugend-Jazzensemble gastiert bei der Jamsession im Cave54

"Vor dem Abschied in die Sommerpause ist das Jugend-Jazzensemble gemeinsam mit Bandleader Marcus Armani zu Gast bei der Traditions-Jamsession im Heidelberger Cave54, Deutschlands ältestem Studenten-Jazzclub. Mit eingespielten Jazz-Profis zu jammen ist Motivation und Lehrstunde zugleich, was die jungen Musiker sichtlich genossen. Das begeisterte Publikum ließ die Jung­stars nicht ohne Zugabe von der Bühne. Ein echtes Highlight, so muss Nachwuchsförderung aussehen!" JK

20150721-DSC_843120150721-DSC_8426

20150721-DSC_8534
20150721-DSC_8506

Als Bonbon ein neues Stück live vorab

Neben kurzen Talk-Elementen gab es Livemusik bei Gastgeber und Gitarrist Marcus Armani (l.) im Glashaus: Alexandra Lehmler stellte vorab ein neues Stück vor.


L_A

Immer dann, wenn Alexandra Lehmler zu ihrem Instrument griff, wurde es richtig spannend. Die Mannheimer Saxofonistin war der erste Musik- und Talk-Gast des Ladenburger Gitarristen Marcus Armani in der Sommerreihe "The Other Side of Jazz" (Die andere Seite des Jazz) im Glashaus am Reinhold-Schulz-Waldpark. Die Auftaktveranstaltung der IG Jazz Rhein-Neckar, die jährlich den Neuen Deutschen Jazzpreis auslobt, war mit rund 70 Gästen gut besucht.

Die Musikerin stand hier im Glashaus zuletzt vor drei Jahren auf der Bühne, mit der "Bundesjazzwerkstatt" in Ladenburg. Inzwischen ist die 1979 in Bad Ems geborene Musikerin Jazzpreis-Trägerin des Landes Baden-Württemberg von 2014 geworden und arbeitet an ihrem fünften Album seit 2006, das 2016 erscheinen soll. Spannend: Ein Stück daraus gab es in Ladenburg vorab zu hören, fantastisch live gespielt von Lehmler am Sopransaxofon und dem ebenso virtuosen Armani an der Gitarre.

Die Nummer "Walls For Carlo" ist einem der beiden Lehmler-Söhne gewidmet. Nach Lieblingsplatten gefragt, machte Frau Lehmler, die sich vom französischen Jazz geprägt sieht, die Zuhörer unter anderem mit Franck Tortiller bekannt. Dieser soll als Gastmusiker auf jener geplanten CD zu hören sein. Als Hörbeispiel für diesen französischen Vibraphonisten dient "Kashmir", im Original von der Heavy- und Bluesrocklegende Led Zeppelin gespielt. Die aufregende Jazzversion bot eine Gelegenheit, den musikalischen Horizont zu erweitern.

MaMo_Jazz_Talk_Mit_Alexandra_Lehmler

"Viele Besucher haben mich mit leuchtenden Augen angesprochen und gesagt: Das ist wie früher, da haben wir auch mit Freunden Platten gehört, uns ausgetauscht und auf neue Künstler aufmerksam gemacht." Armani freut sich über solche Resonanz, denn er "möchte den Besuchern am Ende des Konzerts richtig Lust auf Neues gemacht haben." So waren auch die Listen mit Lehmlers CD-Tipps sofort vergriffen. Auch für Frau Lehmler ist diese Reihe, die am 20. September an Ort und Stelle mit dem Saxofonisten Olaf Schönborn fortgesetzt wird, "eine ganze tolle Sache".


Mancher mag sich an die Talk- und Konzertreihe erinnert fühlen, die der Trompeter Thomas Siffling 2014 im Schwetzinger Schloss gestartet hat. Doch unterscheiden sich die Formate, wie Armani gerne erläutert: "Bei der Reihe von Thomas, einem guten Kollegen aus der IG Jazz, geht es um Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft, die auch Jazz spielen und aus ihrem Leben berichten. Bei uns im Glashaus geht es um herausragende Jazzmusiker, deren Geschichten, Werdegang, Ziele und musikalische Einflüsse."


© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 25.06.2015

Die Sommerkonzerte der IG-Jazz Rhein Neckar

Saxofonistin Lehmler erster Gast


Die Sommerkonzertreihe der IG Jazz Rhein-Neckar unter dem Motto "The Other Side of Jazz" beginnt am Sonntag, 21. Juni, um 17 Uhr im Ladenburger Glashaus. Dort bringt die Mannheimer Saxofonistin Alexandra Lehmler ihre Sicht als Frau in dem Geschäft, also "The Female Side Of Jazz", zum Ausdruck. Die aktuelle CD der 1979 in Bad Ems (Lahn) geborenen Jazzpreis-Trägerin 2014 des Landes Baden-Württemberg heißt "Jazz, Baby!".

Musikalischer Gastgeber ist der Ladenburger Gitarrist Marcus Armani:


Er lädt an insgesamt drei Sommernachmittagen herausragende Persönlichkeiten des deutschen Jazz ins Glashaus am Reinhold-Schulz-Waldpark ein. "Ich möchte gemeinsam mit meinen Gästen Jazz spielen, deren Lieblingsplatten kennenlernen und gemeinsam mit dem Publikum alles fragen, was ich immer schon über diese Musiker wissen wollte", erklärt Armani.

Am Sonntag, 20. September, folgt Saxofonist Olaf Schönborn mit "The Label Side Of Jazz" und am Sonntag, 4. Oktober, Saxofonist Tony Lakatos mit "The Political Side Of Jazz: Der Jazz in Ungarn zur Zeit des Eisernen Vorhangs". Vorverkaufstickets gibt's in der Ladenburger Buchhandlung am Rathaus (Hauptstraße 13). Ein Video zur Veranstaltung ist im Internet unter www.MarcusArmani.de zu sehen. pj

© Mannheimer Morgen, Freitag, 19.06.2015


Alexandra_Lehmler_IG_Jazz

Die Sommerreihe der IG Jazz | Mit Alexandra Lehmler & Marcus Armani - Teil 1: The Female Side Of Jazz am 21. Juni 2015 um 17:00 Uhr

Alexandra_Lahmler_Saxophon

Saxophonistin Alexandra Lehmler im Ladenburger Glashaus

IG-Jazz_Sommerreihe_LAZ_Alex

Sommerreihe der IG-Jazz startet

IG-Jazz_Sommerreihe_RNZ_Alex

Marcus Armanis Bilanz fällt „unfassbar positiv“ aus

armani_bilanz_mamo
Lindenbaum, historisches Gemäuer, die Sebastiankapelle: Dieser Platz an der Ladenburger Wehrmauer bietet viel Flair für Kulturelles. Wenn dann noch bei Sonnenschein ein gelungenes Freiluftkonzert steigt, strahlen alle: Mit ihrem Abschlusskonzert haben die Teilnehmer des 2. Internationalen Jazzworkshops am Sonntagnachmittag über 200 Zuhörer begeistert und den Ruf der Römerstadt auch als Jazzstandort gestärkt.
abschlusskonzert_2015.jpg
Schon an den Seminarabenden zuvor genossen Musikfreunde öffentliche Jamsessions im Glashaus und im Gewölbekeller des Hotels "Zur Krone". Freilich hatte das Dozenten-Konzert in der "Pflastermühle" des Jugend- und Kulturzentrums "Kiste" besonders hohes Niveau: Als die Ladenburgerin Katrin Armani "Save Your Love For Me" sang oder der Mannheimer Schlagzeuger Wolfgang Disch sein Solo mit Humor sowie Können vortrug, da wussten die rund 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und England endgültig, dass sie am richtigen Platz waren.

"Dieser Workshop zeigt, dass Ladenburg ein gutes Pflaster für die vielfältige Tonalität des Jazz ist", findet Rainer Döhring vom "Kiste"-Trägerverein. Dessen Vorstandsmitglieder Sina Fuchs, Chris Friedmann und Thorsten Scharbert hatten sich ebenso stark für die Gäste engagiert wie das "Krone"-Team und die Workshop-Teilnehmer Graham Jones (Schlagzeug) und Hakan Källberg (Gesang) im Glashaus.

"Ladenburg-Blues" selbst getextet


"Unfassbar positiv" fällt gestern auch die Bilanz von Marcus Armani aus. Am Tag danach ist der Gitarrist als einer von insgesamt neun Dozenten aus der Region und Workshop-Organisator neben dem Leutershausener Saxofonisten Nicolai Pfisterer lediglich stimmlich etwas angeschlagen: An vier Tagen vor größeren Gruppen zu reden, das greift die Stimme freilich an. "Glücklicherweise waren vier von zehn Teilnehmerinnen des Gesangskurses meiner Frau Logopädinnen und haben mir Tipps für die Stimmbänder gegeben", erzählt Armani.

Eine dieser hilfreichen Frauen ist Nikola Gutberlett aus dem rheinhessischen Stadecken-Elsheim. Sie eröffnete als Sängerin in der Combo von Drummer Disch das Abschlusskonzert mit "Summertime" und bestritt damit ihren ersten größeren Auftritt. Außerdem eroberte die Gesangsklasse von Frau Armani die Publikumsherzen mit dem witzig selbst getexteten "Ladenburg-Blues" aus einer Kompositionsübung.

"Der Workshop war super gut organisiert, und Ladenburg ist eine nette, schöne Stadt mit freundlichen Einwohnern", sagt Sängerin Gutberlett. "Meine Erwartungen wurden übertroffen", berichtet erfreut der Frankfurter E-Bassist Mario Ricketts. Sein Duopartner und Gitarrist Jonas Vogt war bereits 2014 Teilnehmer und hatte ihn diesmal gleich mit angemeldet. "Besonders toll war, dass für jede Leistungsstufe etwas dabei war", sagt Ricketts, der als Anfänger ebenso gut mitkam wie die elfjährige Saxofonistin Svenja (Mannheim) und der 13-jährige Pianist Malte (Ladenburg) sowie fünf weiteren Musikern aus dem Jugendjazzensemble Ladenburg als jüngste Teilnehmer.
session-pflastermuehle-2015
Dennoch wollen Armani und Pfisterer das Angebot für die dritte Auflage in den Pfingstferien 2016 ausweiten: "Die Harmonielehre auf verschiedenen Levels war ein Riesenerfolg, aber ebenso großen Bedarf gibt es auch an Kursen in Rhythmik." Weitere Dozenten: Heiko Hubmann (Trompete), Garrelt Sieben (Posaune), Volker Engelberth (Piano), Martin Simon (Bass) und Paul Stoltze (Saxofon).

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 09.06.2015

Swing liegt noch bis Sonntag in der Luft

Swing_Liegt_In_Der_Luft
Gestern, kurz nach neun Uhr am Morgen: Vor dem Domhofsaal stapeln sich Taschen und Instrumentenkoffer. Ihre Besitzer haben im Saal selbst Platz genommen - rund 100 Musiker aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland. "Ich bin überwältigt", freut sich Nicolai Pfisterer. Der Leutershausener Saxofonist hat zusammen mit dem Römerstadt-Gitarristen Marcus Armani den 2. Ladenburger Jazz-Workshop auf die Beine gestellt.
harmonielehre-ljw-2015
Ein erster Höhepunkt soll das Konzert der neun Dozenten am heutigen Freitag sein. Es findet um 19 Uhr in der "Pflastermühle" des Jugend- und Kulturzentrums "Kiste" statt. Bis Sonntagnachmittag erweitern die Profijazzer aus der Region den musikalischen Horizont der Teilnehmer. Um 16 Uhr treffen sich dann alle zum großen Abschlusskonzert vor der Sebastiankapelle. "Ich möchte über meinen Tellerrand hinausschauen und finde es sehr gut, dass zum Beispiel Harmonielehre und Gehörbildung dabei sind", erklärt Mario Ricketts. Da der Frankfurter erst seit vier Jahren E-Bass spielt, erhofft er sich auch neue Impulse für seine Zusammenarbeit mit einem Gitarristen und das geplante Mitwirken in Jazzformationen. Denn auch Ensembleunterricht gibt's täglich in Domhof, Dalberg-Schule und "Pflastermühle".

"Ich habe mir bewusst einen Workshop ausgesucht, bei dem Deutsch gesprochen wird", erklärt der englische Schlagzeuger Mohan Maghera, der aus der Nähe von Luton kommt. Der Ingenieur hat vor zehn Jahren in München und Dresden gearbeitet. "Ich möchte meine Sprachkenntnisse auffrischen und dies mit meinem Hobby kombinieren: Der täglich mehrstündige Instrumentalunterricht interessiert mich hauptsächlich", sagt Maghera astrein auf Deutsch. Er hatte auch ein Sommerseminar in Berlin im Auge gehabt. Aber Ladenburg war für ihn mit dem Auto besser erreichbar.
graham-drums-ljw-2015

"Außerdem dachte ich, Anfang Juni wird es noch nicht so heiß", sagt Maghera schmunzelnd und zupft angesichts der vorhergesagten Temperaturen an seinem Hemdkragen. Mit Graham Jones nimmt ein weiterer Engländer am Schlagzeug-Unterricht des Mannheimers Wolfgang Disch teil. Mister Jones wohnt aber in Ladenburg. Er hatte als Jugendlicher dem Beat gefrönt. Nach 35-jähriger Pause sitzt er jetzt auf dem Schlagzeughocker der Bürger-Jazzcombo, die Organisator Armani bei der Eröffnung ebenso hervorhob wie sein Jugendjazzensemble und den Sommerjazz im Glashaus ab 21. Juni.
"So etwas findet man nicht überall", sagte Armani auch unter Hinweis auf die Zusammenarbeit mit dem Hotel "Zur Krone". In dessen Gewölbekeller findet am Samstagabend um 19 Uhr eine Jamsession statt. Dass dieser Workshop "ein Gewinn für alle" sei, daran ließ Musikfreund Martin Schmollinger bei der Begrüßung keinen Zweifel. Als Bürgermeister-Stellvertreter sagte er auch für künftige Auflagen die Unterstützung der Stadt zu und wünschte "allen, dass Sie am Sonntag sagen können: Das war wieder ein tolles Ding in Ladenburg."


© Mannheimer Morgen, Freitag, 05.06.2015

Jazz gab vier Tage den Ton an

laz_vier_tage_den_ton_an

Portrait des Ladenburger Jugend-Jazzensemble

Erster „Gig“ steigt in der Gerberstiege


Jugendjazzensemble_Ladenburg
Von unserem Mitarbeiter Peter Jaschke

"Jazz ist nicht tot, er riecht nur komisch." Diesen provokanten Satz hat der 1993 verstorbene Jazzrock-Gitarrist Frank Zappa schon Mitte der 70er Jahre bei einem legendären Liveauftritt in New York geäußert. Was Zappa damit meinte, gilt bis heute. "Jazz muss sich frisch halten und Nachwuchsförderung betreiben, sonst stirbt ihm das Publikum weg", weiß der Ladenburger Musiker Marcus Armani. Was den Nachwuchs betrifft, so haben dieser Gitarrenvirtuose und seine Wahlheimat derzeit gute Karten: Gründete Armani doch 2014 mit zehn Talenten das Jugendjazzensemble Ladenburg.

Dienstags unterm Dach


Diese vielversprechende Formation ist aus dem Jazzworkshop hervorgegangen, den Armani mit seiner Frau Katrin Armani und Kollegen im vergangenen Frühjahr erstmals in Ladenburg angeboten hatte. "Damals haben die Jugendlichen gemeinsam im Ensemble gespielt, sich kennengelernt, Freundschaften geschlossen und waren traurig, als der Workshop zu Ende war", erzählt Armani vor der jüngsten dienstäglichen Probe im Dachgeschoss des Jugend- und Kulturzentrums "Kiste".

Bei Bürgermeister Rainer Ziegler hatte Armani auf Anhieb ein offenes Ohr gefunden mit der Idee, den jungen Leuten weiterhin und regelmäßig ein Forum zu bieten, um ihr Talent auszubauen. Ziegler sprach mit Rainer Döhring vom "Kiste"-Trägerverein, der ebenfalls gleich Feuer und Flamme war.

"Dass Rainer Döhring uns hier so unfassbare Möglichkeiten eröffnet, hätte ich nie gedacht", zeigt sich Armani hocherfreut über den Kollegen aus dem Rock- und Pop-Fach: Döhring erweise sich als "Freund der Jugendmusikförderung" und unterstütze das Jazzensemble mit Equipment, "wie man es sich besser nicht wünschen kann". Armani selbst hat indes den Nachholbedarf bei der Jazzförderung im Combo-Bereich erkannt und scheut keine Mühen, diese Lücke zu schließen.

"Zum Einen fehlte bislang das Knowhow im Bereich Ensemble-Coaching, zum Anderen müssen viele Stücke extra für die Jugendlichen umgeschrieben und arrangiert werden, damit es für die jungen Musiker spielbar ist und das kostet sehr viel Zeit, die ich aber gerne investiere", erklärt Armani, der als Profi um die Herausforderungen weiß, mit denen der Jazz heute konfrontiert ist. Ein Grund dafür ist, dass Jazz "eine sehr komplexe Musik ist, die dem Spieler alles abverlangt und manchen Zuhörer überfordert".

Doch beim Ladenburger Jugendjazzensemble läuft es wie geschmiert. "Mittlerweile haben wir ein Repertoire von sieben Stücken mit improvisierten Soli, die sich auch noch gut anhören. Das ist eine enorme Leistung", zeigt sich Armani begeistert von den bisherigen Ergebnissen. "Außerdem genieße sich die gute Stimmung und das lockere, aber dennoch konzentrierte Proben", fügt Armani hinzu. Seine Ansprüche sind gleichwohl hoch: "Die jungen Musiker müssen spontan, variabel sowie kommunikativ zugleich sein und stets die Harmonien des Stückes vorausdenken, während sie darüber improvisieren." Um es Laien besser zu beschreiben, verwendet Armani ein Bild: "Das ist ein wenig wie Schachspielen, während man auf einem Einrad sitzt, das auf einem Barren steht."

Was Jugend zu Jazz sagt


Stimmen von Musikern des Jugendjazzensembles Ladenburg:

Finn Orlando Jülicher (E-Bass): "Durch das Jazzensemble bin ich schon ein sehr viel besserer Bassist geworden: Man muss alle Töne kennen, in allen Lagen spielen können und sich rhythmisch zurechtfinden, um nicht 'rauszufliegen."

Jonas Rupp (Trompete): "Jazz habe ich durch meinen Vater kennengelernt. Er hat mir Kind Of Blue von Miles Davis vorgespielt, und ich war begeistert. Das war mein Einstieg in diese Musik. Im Jazzensemble lernen wir alles auch mit der Theorie von der Pike auf, das ist toll."

Till Ture Jülicher (Kornett): "Die größte Herausforderung ist das Improvisieren: den Akkordfolgen zuvor zu kommen und ihnen nicht hinterher zu rennen."

Jonas Kuhlmann (Gitarre): "Interaktion zwischen den Musikern ist das Tolle am Jazz. Ich komme aus der Klassik, wo man die Werke sehr lange studiert und zum Schluss den Klang des Komponisten genießen kann, der sich auch sehr viel Zeit beim Komponieren genommen hat. Beim Jazz geht es mehr um den Moment, ums Loslassen und Improvisieren. Ich mag aber beide Welten!"

Merle Thoma (Altsaxofon): "Im Pop-Bereich kann man vielleicht schneller Fortschritte erzielen als im Jazz, wo es länger dauert, bis die Band zusammen gut klingt, das ist am Anfang echt gewöhnungsbedürftig. Dafür hat im Jazz jeder Einzelne mehr Freiheiten, aber auch mehr Verantwortung."

Meta Lu Jülicher (Altsaxofon):
"Beim Improvisieren auch auf das zu reagieren, was die Rhythmusgruppe spielt, ist für mich die größte Herausforderung. Auf jeden gleichermaßen zu hören, ist das Wichtigste." pj

Jugend-Jazz_Ensemble-LadenburgIn diesem Sinne besteht Armanis Jugendjazzensemble im ersten Jahr aus den folgenden 13- bis 17-jährigen "Artisten" unter anderem aus Ladenburg, Neckarau, Altenbach und Heppenheim: Sara-Florentine Milcent (Gesang, Landesgewinnerin "Jugend musiziert" 2015 in der Sparte Musical-Gesang), Jonas Rupp (Trompete), Till Ture Jülicher (Kornett), Meta Lu Jülicher (Altsaxophon), Merle Thoma (Altsaxophon), Felix Mitgau (Gitarre), Jonas Kuhlmann (Gitarre, Landesgewinner "Jugend musiziert" 2015 in der Sparte Klassische Gitarre), Finn Orlando Jülicher (E-Bass ), Malte Glombitza (Piano) und Jonathan Gom (Schlagzeug). Neue Gesichter sind willkommen. Gesucht werden 14- bis 17-Jährige, die Tenorsaxofon oder Posaune spielen.
Auftritt beim Altstadtfest

Die genannten zehn Nachwuchstalente sind bereits beim "Lebendigen Adventskalender" Ende 2014 in der "Kiste", auf einer Jamsession im "Cave 54" in Heidelberg und bei einer der Ladenburger Glashaus-Sessions aufgetreten. Der erste größere Gig steht gemeinsam mit der Ladenburger "Bürger-Jazzcombo" am Altstadtfest-Samstag, 12. September, von 15 bis 17 Uhr in der Ladenburger Gerberstiege bevor.


© Mannheimer Morgen, Samstag, 30.05.2015

"Konzert mit den hervorragenden Instrumentalisten Marcus Armani an der Gitarre und Sängerin Katrin Armani"

Armani_2_Pannonica-Olympiakino-Mamo

Konzert: Das Duo Armani erzählt im Leutershausener Olympia-Kino die Geschichte der Pannonica mit Worten und Musik

Besondere Beziehung in besonderer Zeit


LEUTERSHAUSEN. Wenn schwarze Jazzmusiker der Nachkriegsjahre Dutzende Lieder zu Ehren einer weißen Baronin schreiben, dann ist das eine Geschichte wert. Die Geschichte der Pannonica Baronesse de Koenigswarter, geborene Rothschild, erzählte das Jazz-Duo Armani mit Worten und Klängen und entführte das Publikum des Olympia-Kinos in die Wiege des Modern Jazz in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Jam-Sessions im Hotel


Die „Jazz-Baronesse“ engagierte sich in New York für die schwarzen Jazz-Musiker in der vom Rassismus geprägten Gesellschaft der USA der Nachkriegsjahre. Sie war mit ihrer Luxus-Limousine in den Schwarzenvierteln unterwegs, unterstützte Musiker und ihre Familien finanziell und mit Lebensmitteln, half bei juristischen Schwierigkeiten, vermittelte Auftritte und Plattenverträge und sorgte in ihrer Hotelsuite im Stanhope-Hotel in der Fifth Avenue für viele Jazz-Jam-Sessions, was ihrem Ruf als royaler Nachkomme ganz und gar nicht zugutekam. Eine ganz besondere Beziehung unterhielt sie zu Thelonious Monk, der als Mitbegründer des Bebop-Jazz gilt.

Das Duo Armani, bestehend aus den beiden hervorragenden Instrumentalisten Marcus Armani an der Gitarre und Sängerin Katrin Armani, widmete den größten Teil ihres Auftritts im Lichtspieltheater den Werken des introvertierten wie exzentrischen Jazz-Pianisten und Komponisten und startete in das Programm mit dessen sanfter Komposition „Around Midnight“ – jenem Lied, das gespielt wurde, als nach dem Tod der Baronesse ihre Asche im Hudson River bei New York verstreut wurde, wie es ihr letzter Wunsch war. Schließlich sei es auch dieses Lied gewesen, dass die Baroness, die als Widerstandskämpferin in Frankreich gegen das NS-Regime gekämpft hatte und dann nach Mexiko geflohen war, 1952 nach New York kommen ließ, um in die Welt der Jazz-Clubs einzutauchen.

Katrin Armani ließ das Leben der Baroness Revue passieren. In ihren informativen und unterhaltsamen Ansagen der einzelnen Stücke. Zwei Jahre später lernte Pannonica bei einem Konzert in Paris den von ihr verehrten Musiker kennen, einen Moment, den die beiden Musiker mit dem Stück „April in Paris“ von Verone Duke in Szene setzten. Ein Lied, in dem Marcus Armani seine Fingerfertigkeit als Jazz-Gitarrist unter Beweis stellte, mit einer gekonnten Mischung aus Rhythmus. und Solo-Gitarren-Einlagen.

Dass eben diese weiße reiche Adlige und ihr Miteinander mit den schwarzen Musikern und ihrer Kultur großen Eindruck hinterließen, dafür sind die gesellschaftlichen Gegebenheiten der damaligen amerikanischen Apartheid zu berücksichtigen, die es Farbigen wohl erlaubte, in Hotels und Gaststätten zu musizieren, die sie als Publikum jedoch aufgrund ihrer Hautfarbe nicht besuchen durften. Eines von etlichen Liedern bekannter Jazzgrößen das „Nica“ gewidmet war, hat Horace Silver geschrieben und es „Nica’s Dream“ genannt.

Die Gründe für den Wandel der Frau von Hof zur Hipster-Ikone beschrieb Katrin Armani in dem für die Baroness gewidmeten Monk-Stück „Panonnica“ und dem flotten Bebop-Titel „In walked Bud“. Die Einschränkungen, die sich Panonnica im höfischen Umfeld unterziehen musste und die strikten Regeln, seien für sie Motiv gewesen, aus dieser Welt auszubrechen. Ganz anders das Leben in New York, das auch seine Schattenseiten hatte. Alkohol, Marihuana und Heroin waren
schon damals die ständigen Begleiter vieler Musiker. So kam es zum Skandal, als im Alter von 34 Jahren der legendäre Musiker Charlie Parker in der Hotelsuite der Baroness seinem Drogenmissbrauch erlag. Der Song den Parker seinem Drogen-Dealer „Moose“ gewidmet hatte, „Moose the mooch“, zeugte auch von dem im Gegensatz zum gemächlichen Musikvorgänger Swing schnellen fast hektischen Charakter der ebenfalls von Parker geprägten Bebop-Musik.

Für Monk ins Gefängnis


Die Drogen wurden Monk ebenfalls fast zum Verhängnis, der seine Cabaret-Card, einer Art Arbeitserlaubnis für Musiker, wegen des Fundes illegaler Substanzen verlor. Zwei Jahre lang ließ Koenigswarter ihre Kontakte spielen, bis das Papier wieder zugewiesen wurde. Als dasselbe Dilemma wenige Jahre später erneut die Karriere Monks bedrohte, ging sie sogar zwei Jahre ins Gefängnis für ihn, weil sie behauptete die Suchtmittel gehörten ihr selbst. „Reflexions“ ein weiteres Stück aus der Feder Monks, wartete mit ruhiger, sanfter Melodieführung auf und gab Raum für ein wunderschönes Vokalisten-Solo, bei dem Armani nicht mit Text, aber mit phonetischem Material zu den Gitarren-Akkorden fantastisch zu improvisieren wusste.

Die letzten neun Jahre im Leben Monks lebte er, schwer an Schizophrenie und Depression erkrankt, mit der Förderin zusammen in einem Haus und insgesamt 309 Katzen. „Das Einzige, was ich mir vorwerfe, ist, dass ich nicht in der Lage war, Thelonius Monk zu retten“, soll die Jazz-Baronesse vor ihrem Tod im Jahr 1988 gesagt haben. Das Duo Armani zauberte mit ihren hohen musikalischen Fertigkeiten und viel Liebe die Geschichte einer besonderen Beziehung in besonderen Zeiten auf die Bühne, die sich wirklich höen lassen konnte. uf

Mannheimer Morgen vom 13.5.2015

"Publikum ging beim Konzert von Anfang an begeistert mit und sparte nicht mit Applaus."


Duo Armani bringt musikalisches Porträt auf die Bühne


Pannonica-Olympiakino-RNZ


RNZ vom 10.5.2015

"Marcus Armani gründet Ladenburger Bürger Jazzensemble"

Bürger-Jazzcombo-LAZ

"Jazzbaroness im Olympia Kino"

Jazzwochenende im Olympia Kino Leutershausen


Am Freitag, den 8. Mai 2015 mit Katrin Armani (Gesang) und Marcus Armani (Gitarre) und ihrem unvergesslichen Duo-Programm "PANNONICA - Die Jazzbaroness und die Musik von Thelonious Monk"
Konzertbrginn ist um 20:00 Uhr und der Eintritt beträgt € 15, Ermäßigt € 13.
Am Sonntag, den 10. Mai 2015 dann der Film zum Konzert: ´Round Midnight. Filmberinn ist 20:15 Uhr und der Eintritt beträgt € 5.

PANNONICA - Die Jazzbaroness


"Es ist die größte Liebesgeschichte des Jazz. Als die Baronin Pannonica de Koenigswarter, geborene Rothschild, einen Freund in New York besucht, spielt dieser ihr eine Aufnahme des Titels ´Round Midnight von Thelonious Monk vor und Panonnica verliebt sich Hals über Kopf in den ihr zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannten Pianisten. Sie beschließt daraufhin, nicht zu ihrer Familie und den fünf Kindern zurückzukehren, sondern im New York der Nachkriegszeit nach diesem Pianisten zu suchen. Als sie Monk, seinerseits ebenfalls verheiratet, schließlich ausfindig macht, entwickelt sich eine außergewöhnliche Beziehung zwischen ihnen, um die sich viele Legenden ranken und in welcher Legendäres geschah. Die reiche Pannonica entwickelt sich nebenbei zur ersten Mäzenin des Jazz, ist in allen Clubs und mit allen Cats, wie sich die Jazzmusiker dieser Zeit nennen, bestens bekannt und die Verehrung ist gegenseitig. Viele der großen Jazzmusiker wie Horace Silver, Kenny Dorham, Tommy Flanagan und natürlich Monk selbst widmen Pannonica daraufhin eigene Kompositionen. Freuen Sie sich auf einen Abend mit Katrin Armani (Gesang) und Marcus Armani (Gitarre), einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte, Episoden aus dem Leben Pannonicas und natürlich der Musik von Thelonious Monk und all ihrer Verehrer."

Pannonica-de_Koenigswarter

Auf nach Karlsruhe...

Heute ab 20:00 Uhr im Jazzclub Karsruhe


Marcus Armani - Gitarre | Thosten Steudinger - Kontrabss | Stefan Günther - Schlagzeug

Jazz_Gitarrist_Armani

Der Ladenburger Jazzworkshop | Vom 4. - 7. Juni 2014

Infos und Anmeldung unter www.Jazzworkshop-Ladenburg.de


Besuchen Sie uns online und erleben Sie neben der filmischen Rückschau auf das vergangene Jahr auch einen spannenden Ausblick auf 2015. Alle Informationen rund um den Workshop, einen genauen Ablaufplan, sowie alles Nötige für Ihre Online-Anmeldung finden Sie hier.

ladenburger-jazzworkshop_2015

Der Ladenburger Jazzworkshop 2015

Der Ladenburger Jazzworkshop 2015 - Eine Vorschau mit den Organisatoren Marcus Armani und Nicolai Pfisterer


Der Filmische Rückblick auf den Ladenburger Jazzworkshop

Der Ladenburger Jazzworkshop 2014 - Der Rückblick der Teilnehmer