Swinging In The Rain

Wunderbares Regenkonzert mit der Ladenburger Bürger-Jazzcombo – Nur der Bandleader steht im Regen ;-)


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Bürger-Jazzcombo spielt zur Retro-Rast auf

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Alte Post- und Militärräder, Sammlerstücke aus den 1950ern und noch ältere: Wunderschöne Oldtimer-Fahrräder, einst auch Velozipeds oder kurz Velo genannt, stehen im Mittelpunkt der Vintage-Tour "Veloica", die erstmals am Sonntagmorgen, 18. September, auf dem Weinheimer Marktplatz startet. Eine der Raststationen in der Region befindet sich in Ladenburg, und zwar am Automuseum Dr. Carl Benz, wo auch historische Drahtesel ausgestellt werden.

Dort tritt von 10 bis 12 Uhr die Ladenburger Bürger-Jazzcombo um Marcus Armani auf, um die erwarteten rund 50 Retro-Radler sowie Besucher zu unterhalten. Mit neuen Arrangements, Latin- und Brazil-Features sowie treibenden Funk-Beats will der Ladenburger Armani den Tourstopp auch kulturell zu einem außergewöhnlichen Event machen. "Alte Fahrräder sollten nicht auf dem Schrott und alte Radbekleidung nicht bei der Altkleidersammlung landen, sondern wieder ein schöne gepflegte Heimat finden", finden die ehrenamtlichen Veloica-Organisatoren um Hermann Eidel, die tatkräftig von der Radsportabteilung des Athletik Club (AC) 1892 Weinheim unterstützt werden.

"Es liegt im Trend, wieder altes auszugraben und ohne viel drum herum zu zeigen, was man hat und was man kann", meint Eidel. Diese Veloica lässt also die alten Zeiten des Radfahrens in entsprechender Ausrüstung aufleben. Für die Teilnahme gelten strenge Kriterien. So müssen die Zweiräder beispielsweise vor 1988 gebaut sein sowie Stahlrahmen, Rahmenschaltung und andere "Vintage-Details" aufweisen.

Die Damen und Herren auf dem Sattel haben sich entsprechend in Schale zu werfen und radeln in Knickerbocker-Hosen, Trikots aus Wolle und wie in früheren Zeiten mit Lederhelmen auf dem Kopf. Es winken Sonderpreise für das schönste Outfit (Rad und Bekleidung) und die größte Radler-Gruppe. Es werden drei Strecken angeboten: Die 40 Kilometer lange und familientaugliche Flachetappe führt durch die Ebene nach Ladenburg. Eine weitere Tour ist mit 70 Kilometern und 1500 Höhenmetern durch den Odenwald schon deutlich anspruchsvoller: Über Wald-Michelbach geht es nach Heiligkreuzsteinnach ins Steinnachtal.

Die längste Tour (120 Kilometer und 2200 Höhenmeter) führt über Wald-Michelbach nach Hirschhorn am Neckar und über Steinnachtal/Eiterbachtal zurück. Stärkung in Form von Äppelwoi, Handkäs´, Odenwälder Bauernbrot und deftiger Leberwurst gibt es an Verpflegungsstationen wie in Ladenburg.

Ganz wichtig: Die Veloica ist eine Genuss-Radtour, bei der es nicht um Höchstgeschwindigkeiten geht, sondern um die Freude am Radfahren. Deshalb werden keine Zeiten gemessen.

Am Automuseum sorgte die Bürger-Jazzcombo für Stimmung

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Bürger Jazzcombo verwöhnt Vintage-Radfahrer

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„Den Zuhörern soll der Schal wegfliegen“

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Der Sommer sagt langsam ade, doch mit dem Ladenburger Altstadtfest steht das Beste ja noch bevor. Und mit der 42. Auflage auch die öffentliche Premiere der Bürger-Jazzcombo. Am Samstag, 12. September, will die Gruppe ab 15 Uhr zwei Stunden lang auf der Gerberstiege ihr Publikum begeistern. Nach allem, was man bei der Generalprobe unter der Leitung von Marcus Armani in der "Pflastermühle" zu hören bekam, dürfte das auch sicher gelingen.

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Schließlich zählen zu den allesamt versierten Musikern solche Könner wie beispielsweise der Ladenburger Walter Sielski, der unter anderem auch bei "Rhein-Neckar Rhythm & Brass" Trompete und Flügelhorn spielt. Ladenburgs Graham Jones sitzt noch bei verschiedenen Salsa-Gruppen und einer Big-Band am Schlagzeug. Mit Michael Gößler kommt ein vielbeschäftigter Tenorsaxofonist aus Neckarhausen. Die Bürger-Jazzcombo besteht außerdem aus Håkan Källberg (Querflöte/Gesang), Walter Krämer (Altsaxophon), Johannes Paul (Posaune), Karl Wagner (Gitarre), Paul Jülicher (E-Piano) und Sven Wolff (E-Bass).
Regelmäßig kommen alle, gerne auch mit Gästen, seit 2012 zu Jazz-Jamsessions im Glashaus am Waldpark und inzwischen während der kalten Jahreszeit auch im Pflastermühle-Saal des Jugend- und Kulturzentrums "Kiste" zusammen. Von Lampenfieber keine Spur, als die Probe mit dem Standard "Body And Soul" beginnt. Man könnte den Titel mit "Leib und Seele" übersetzen. Und ganz in diesem Sinne sind die Vollblutjazzer bei der Sache. "Voll auf die Mütze, so Coltrane-mäßig" soll es möglichst klingen.

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Unter Hinweis auf einen legendären US-Saxofonisten, der 1960 eine Instrumentalversion jenes Songs herausgebracht hatte, gibt Armani atmosphärische Anleitungen zum gewünschten Sound. "Den Leuten in der ersten Reihe sollen die Schals wegfliegen." So druckvoll und dynamisch wünscht sich Armani die Interpretation. "Es hat mir einen riesigen Spaß gemacht, die Arrangements für diese Besetzung zu schreiben, dabei auch schwere Passagen einzuarbeiten und die Musiker herauszufordern", erklärt Armani nach insgesamt neun Proben. Die Formation habe sich ein "extrem hohes Niveau" erspielt und sich weit über den Status einer Amateurcombo hinaus entwickelt. "Ladenburg kann wirklich stolz auf diese Truppe sein", findet Armani. Beim bevorstehenden Auftritt auf der Gerberstiege ist auch die Stimme von Armanis Ehefrau Katrin als Gastsängerin zu hören.

Das Publikum darf sich auf eine wunderbare Version von Gershwins "Summertime" freuen. Auf dem Programm stehen weitere Titel wie unter anderem "All The Things You Are" (Ella Fitzgerald), "And What If I Don't" (Herbie Hancock) und "It Don't Mean A Thing" (Duke Ellington). Und zum Auftakt um 15 Uhr präsentiert Armani auch noch sein Jugend-Jazzensemble, das wir bereits vorgestellt haben.

Der Ladenburger Profigitarrist freut sich auch schon auf den zweiten Teil seiner Reihe "Musik & Talk" im Glashaus am Sonntag, 20. September, um 17 Uhr mit dem Saxofonisten Olaf Schönborn. Vorverkaufskarten sind in der Ladenburger "Buchhandlung am Rathaus" erhältlich.


© Mannheimer Morgen, Freitag, 11.09.2015


Portrait des Ladenburger Jugend-Jazzensemble

Erster „Gig“ steigt in der Gerberstiege


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Von unserem Mitarbeiter Peter Jaschke

"Jazz ist nicht tot, er riecht nur komisch." Diesen provokanten Satz hat der 1993 verstorbene Jazzrock-Gitarrist Frank Zappa schon Mitte der 70er Jahre bei einem legendären Liveauftritt in New York geäußert. Was Zappa damit meinte, gilt bis heute. "Jazz muss sich frisch halten und Nachwuchsförderung betreiben, sonst stirbt ihm das Publikum weg", weiß der Ladenburger Musiker Marcus Armani. Was den Nachwuchs betrifft, so haben dieser Gitarrenvirtuose und seine Wahlheimat derzeit gute Karten: Gründete Armani doch 2014 mit zehn Talenten das Jugendjazzensemble Ladenburg.

Dienstags unterm Dach


Diese vielversprechende Formation ist aus dem Jazzworkshop hervorgegangen, den Armani mit seiner Frau Katrin Armani und Kollegen im vergangenen Frühjahr erstmals in Ladenburg angeboten hatte. "Damals haben die Jugendlichen gemeinsam im Ensemble gespielt, sich kennengelernt, Freundschaften geschlossen und waren traurig, als der Workshop zu Ende war", erzählt Armani vor der jüngsten dienstäglichen Probe im Dachgeschoss des Jugend- und Kulturzentrums "Kiste".

Bei Bürgermeister Rainer Ziegler hatte Armani auf Anhieb ein offenes Ohr gefunden mit der Idee, den jungen Leuten weiterhin und regelmäßig ein Forum zu bieten, um ihr Talent auszubauen. Ziegler sprach mit Rainer Döhring vom "Kiste"-Trägerverein, der ebenfalls gleich Feuer und Flamme war.

"Dass Rainer Döhring uns hier so unfassbare Möglichkeiten eröffnet, hätte ich nie gedacht", zeigt sich Armani hocherfreut über den Kollegen aus dem Rock- und Pop-Fach: Döhring erweise sich als "Freund der Jugendmusikförderung" und unterstütze das Jazzensemble mit Equipment, "wie man es sich besser nicht wünschen kann". Armani selbst hat indes den Nachholbedarf bei der Jazzförderung im Combo-Bereich erkannt und scheut keine Mühen, diese Lücke zu schließen.

"Zum Einen fehlte bislang das Knowhow im Bereich Ensemble-Coaching, zum Anderen müssen viele Stücke extra für die Jugendlichen umgeschrieben und arrangiert werden, damit es für die jungen Musiker spielbar ist und das kostet sehr viel Zeit, die ich aber gerne investiere", erklärt Armani, der als Profi um die Herausforderungen weiß, mit denen der Jazz heute konfrontiert ist. Ein Grund dafür ist, dass Jazz "eine sehr komplexe Musik ist, die dem Spieler alles abverlangt und manchen Zuhörer überfordert".

Doch beim Ladenburger Jugendjazzensemble läuft es wie geschmiert. "Mittlerweile haben wir ein Repertoire von sieben Stücken mit improvisierten Soli, die sich auch noch gut anhören. Das ist eine enorme Leistung", zeigt sich Armani begeistert von den bisherigen Ergebnissen. "Außerdem genieße sich die gute Stimmung und das lockere, aber dennoch konzentrierte Proben", fügt Armani hinzu. Seine Ansprüche sind gleichwohl hoch: "Die jungen Musiker müssen spontan, variabel sowie kommunikativ zugleich sein und stets die Harmonien des Stückes vorausdenken, während sie darüber improvisieren." Um es Laien besser zu beschreiben, verwendet Armani ein Bild: "Das ist ein wenig wie Schachspielen, während man auf einem Einrad sitzt, das auf einem Barren steht."

Was Jugend zu Jazz sagt


Stimmen von Musikern des Jugendjazzensembles Ladenburg:

Finn Orlando Jülicher (E-Bass): "Durch das Jazzensemble bin ich schon ein sehr viel besserer Bassist geworden: Man muss alle Töne kennen, in allen Lagen spielen können und sich rhythmisch zurechtfinden, um nicht 'rauszufliegen."

Jonas Rupp (Trompete): "Jazz habe ich durch meinen Vater kennengelernt. Er hat mir Kind Of Blue von Miles Davis vorgespielt, und ich war begeistert. Das war mein Einstieg in diese Musik. Im Jazzensemble lernen wir alles auch mit der Theorie von der Pike auf, das ist toll."

Till Ture Jülicher (Kornett): "Die größte Herausforderung ist das Improvisieren: den Akkordfolgen zuvor zu kommen und ihnen nicht hinterher zu rennen."

Jonas Kuhlmann (Gitarre): "Interaktion zwischen den Musikern ist das Tolle am Jazz. Ich komme aus der Klassik, wo man die Werke sehr lange studiert und zum Schluss den Klang des Komponisten genießen kann, der sich auch sehr viel Zeit beim Komponieren genommen hat. Beim Jazz geht es mehr um den Moment, ums Loslassen und Improvisieren. Ich mag aber beide Welten!"

Merle Thoma (Altsaxofon): "Im Pop-Bereich kann man vielleicht schneller Fortschritte erzielen als im Jazz, wo es länger dauert, bis die Band zusammen gut klingt, das ist am Anfang echt gewöhnungsbedürftig. Dafür hat im Jazz jeder Einzelne mehr Freiheiten, aber auch mehr Verantwortung."

Meta Lu Jülicher (Altsaxofon):
"Beim Improvisieren auch auf das zu reagieren, was die Rhythmusgruppe spielt, ist für mich die größte Herausforderung. Auf jeden gleichermaßen zu hören, ist das Wichtigste." pj

Jugend-Jazz_Ensemble-LadenburgIn diesem Sinne besteht Armanis Jugendjazzensemble im ersten Jahr aus den folgenden 13- bis 17-jährigen "Artisten" unter anderem aus Ladenburg, Neckarau, Altenbach und Heppenheim: Sara-Florentine Milcent (Gesang, Landesgewinnerin "Jugend musiziert" 2015 in der Sparte Musical-Gesang), Jonas Rupp (Trompete), Till Ture Jülicher (Kornett), Meta Lu Jülicher (Altsaxophon), Merle Thoma (Altsaxophon), Felix Mitgau (Gitarre), Jonas Kuhlmann (Gitarre, Landesgewinner "Jugend musiziert" 2015 in der Sparte Klassische Gitarre), Finn Orlando Jülicher (E-Bass ), Malte Glombitza (Piano) und Jonathan Gom (Schlagzeug). Neue Gesichter sind willkommen. Gesucht werden 14- bis 17-Jährige, die Tenorsaxofon oder Posaune spielen.
Auftritt beim Altstadtfest

Die genannten zehn Nachwuchstalente sind bereits beim "Lebendigen Adventskalender" Ende 2014 in der "Kiste", auf einer Jamsession im "Cave 54" in Heidelberg und bei einer der Ladenburger Glashaus-Sessions aufgetreten. Der erste größere Gig steht gemeinsam mit der Ladenburger "Bürger-Jazzcombo" am Altstadtfest-Samstag, 12. September, von 15 bis 17 Uhr in der Ladenburger Gerberstiege bevor.


© Mannheimer Morgen, Samstag, 30.05.2015

"Marcus Armani gründet Ladenburger Bürger Jazzensemble"

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