"Konzert mit den hervorragenden Instrumentalisten Marcus Armani an der Gitarre und Sängerin Katrin Armani"

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Konzert: Das Duo Armani erzählt im Leutershausener Olympia-Kino die Geschichte der Pannonica mit Worten und Musik

Besondere Beziehung in besonderer Zeit


LEUTERSHAUSEN. Wenn schwarze Jazzmusiker der Nachkriegsjahre Dutzende Lieder zu Ehren einer weißen Baronin schreiben, dann ist das eine Geschichte wert. Die Geschichte der Pannonica Baronesse de Koenigswarter, geborene Rothschild, erzählte das Jazz-Duo Armani mit Worten und Klängen und entführte das Publikum des Olympia-Kinos in die Wiege des Modern Jazz in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Jam-Sessions im Hotel


Die „Jazz-Baronesse“ engagierte sich in New York für die schwarzen Jazz-Musiker in der vom Rassismus geprägten Gesellschaft der USA der Nachkriegsjahre. Sie war mit ihrer Luxus-Limousine in den Schwarzenvierteln unterwegs, unterstützte Musiker und ihre Familien finanziell und mit Lebensmitteln, half bei juristischen Schwierigkeiten, vermittelte Auftritte und Plattenverträge und sorgte in ihrer Hotelsuite im Stanhope-Hotel in der Fifth Avenue für viele Jazz-Jam-Sessions, was ihrem Ruf als royaler Nachkomme ganz und gar nicht zugutekam. Eine ganz besondere Beziehung unterhielt sie zu Thelonious Monk, der als Mitbegründer des Bebop-Jazz gilt.

Das Duo Armani, bestehend aus den beiden hervorragenden Instrumentalisten Marcus Armani an der Gitarre und Sängerin Katrin Armani, widmete den größten Teil ihres Auftritts im Lichtspieltheater den Werken des introvertierten wie exzentrischen Jazz-Pianisten und Komponisten und startete in das Programm mit dessen sanfter Komposition „Around Midnight“ – jenem Lied, das gespielt wurde, als nach dem Tod der Baronesse ihre Asche im Hudson River bei New York verstreut wurde, wie es ihr letzter Wunsch war. Schließlich sei es auch dieses Lied gewesen, dass die Baroness, die als Widerstandskämpferin in Frankreich gegen das NS-Regime gekämpft hatte und dann nach Mexiko geflohen war, 1952 nach New York kommen ließ, um in die Welt der Jazz-Clubs einzutauchen.

Katrin Armani ließ das Leben der Baroness Revue passieren. In ihren informativen und unterhaltsamen Ansagen der einzelnen Stücke. Zwei Jahre später lernte Pannonica bei einem Konzert in Paris den von ihr verehrten Musiker kennen, einen Moment, den die beiden Musiker mit dem Stück „April in Paris“ von Verone Duke in Szene setzten. Ein Lied, in dem Marcus Armani seine Fingerfertigkeit als Jazz-Gitarrist unter Beweis stellte, mit einer gekonnten Mischung aus Rhythmus. und Solo-Gitarren-Einlagen.

Dass eben diese weiße reiche Adlige und ihr Miteinander mit den schwarzen Musikern und ihrer Kultur großen Eindruck hinterließen, dafür sind die gesellschaftlichen Gegebenheiten der damaligen amerikanischen Apartheid zu berücksichtigen, die es Farbigen wohl erlaubte, in Hotels und Gaststätten zu musizieren, die sie als Publikum jedoch aufgrund ihrer Hautfarbe nicht besuchen durften. Eines von etlichen Liedern bekannter Jazzgrößen das „Nica“ gewidmet war, hat Horace Silver geschrieben und es „Nica’s Dream“ genannt.

Die Gründe für den Wandel der Frau von Hof zur Hipster-Ikone beschrieb Katrin Armani in dem für die Baroness gewidmeten Monk-Stück „Panonnica“ und dem flotten Bebop-Titel „In walked Bud“. Die Einschränkungen, die sich Panonnica im höfischen Umfeld unterziehen musste und die strikten Regeln, seien für sie Motiv gewesen, aus dieser Welt auszubrechen. Ganz anders das Leben in New York, das auch seine Schattenseiten hatte. Alkohol, Marihuana und Heroin waren
schon damals die ständigen Begleiter vieler Musiker. So kam es zum Skandal, als im Alter von 34 Jahren der legendäre Musiker Charlie Parker in der Hotelsuite der Baroness seinem Drogenmissbrauch erlag. Der Song den Parker seinem Drogen-Dealer „Moose“ gewidmet hatte, „Moose the mooch“, zeugte auch von dem im Gegensatz zum gemächlichen Musikvorgänger Swing schnellen fast hektischen Charakter der ebenfalls von Parker geprägten Bebop-Musik.

Für Monk ins Gefängnis


Die Drogen wurden Monk ebenfalls fast zum Verhängnis, der seine Cabaret-Card, einer Art Arbeitserlaubnis für Musiker, wegen des Fundes illegaler Substanzen verlor. Zwei Jahre lang ließ Koenigswarter ihre Kontakte spielen, bis das Papier wieder zugewiesen wurde. Als dasselbe Dilemma wenige Jahre später erneut die Karriere Monks bedrohte, ging sie sogar zwei Jahre ins Gefängnis für ihn, weil sie behauptete die Suchtmittel gehörten ihr selbst. „Reflexions“ ein weiteres Stück aus der Feder Monks, wartete mit ruhiger, sanfter Melodieführung auf und gab Raum für ein wunderschönes Vokalisten-Solo, bei dem Armani nicht mit Text, aber mit phonetischem Material zu den Gitarren-Akkorden fantastisch zu improvisieren wusste.

Die letzten neun Jahre im Leben Monks lebte er, schwer an Schizophrenie und Depression erkrankt, mit der Förderin zusammen in einem Haus und insgesamt 309 Katzen. „Das Einzige, was ich mir vorwerfe, ist, dass ich nicht in der Lage war, Thelonius Monk zu retten“, soll die Jazz-Baronesse vor ihrem Tod im Jahr 1988 gesagt haben. Das Duo Armani zauberte mit ihren hohen musikalischen Fertigkeiten und viel Liebe die Geschichte einer besonderen Beziehung in besonderen Zeiten auf die Bühne, die sich wirklich höen lassen konnte. uf

Mannheimer Morgen vom 13.5.2015

"Publikum ging beim Konzert von Anfang an begeistert mit und sparte nicht mit Applaus."


Duo Armani bringt musikalisches Porträt auf die Bühne


Pannonica-Olympiakino-RNZ


RNZ vom 10.5.2015

"Jazzbaroness im Olympia Kino"

Jazzwochenende im Olympia Kino Leutershausen


Am Freitag, den 8. Mai 2015 mit Katrin Armani (Gesang) und Marcus Armani (Gitarre) und ihrem unvergesslichen Duo-Programm "PANNONICA - Die Jazzbaroness und die Musik von Thelonious Monk"
Konzertbrginn ist um 20:00 Uhr und der Eintritt beträgt € 15, Ermäßigt € 13.
Am Sonntag, den 10. Mai 2015 dann der Film zum Konzert: ´Round Midnight. Filmberinn ist 20:15 Uhr und der Eintritt beträgt € 5.

PANNONICA - Die Jazzbaroness


"Es ist die größte Liebesgeschichte des Jazz. Als die Baronin Pannonica de Koenigswarter, geborene Rothschild, einen Freund in New York besucht, spielt dieser ihr eine Aufnahme des Titels ´Round Midnight von Thelonious Monk vor und Panonnica verliebt sich Hals über Kopf in den ihr zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannten Pianisten. Sie beschließt daraufhin, nicht zu ihrer Familie und den fünf Kindern zurückzukehren, sondern im New York der Nachkriegszeit nach diesem Pianisten zu suchen. Als sie Monk, seinerseits ebenfalls verheiratet, schließlich ausfindig macht, entwickelt sich eine außergewöhnliche Beziehung zwischen ihnen, um die sich viele Legenden ranken und in welcher Legendäres geschah. Die reiche Pannonica entwickelt sich nebenbei zur ersten Mäzenin des Jazz, ist in allen Clubs und mit allen Cats, wie sich die Jazzmusiker dieser Zeit nennen, bestens bekannt und die Verehrung ist gegenseitig. Viele der großen Jazzmusiker wie Horace Silver, Kenny Dorham, Tommy Flanagan und natürlich Monk selbst widmen Pannonica daraufhin eigene Kompositionen. Freuen Sie sich auf einen Abend mit Katrin Armani (Gesang) und Marcus Armani (Gitarre), einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte, Episoden aus dem Leben Pannonicas und natürlich der Musik von Thelonious Monk und all ihrer Verehrer."

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